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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Fest
Diese Seite als Druckausgabe


Ein guter Anfang
Eigentlich doch logisch,
dass die Mutter am Anfang steht.
Mütter stehen immer am Anfang.
Sie sind „guter Hoffnung“.
Damit beginnt alles:
das Leben, der Tag, das Jahr.
Mit der Hoffnung,
dass alles gut wird.
Die schenkt uns Maria.
Weil sie Gott zur Welt bringt.




In der heiligen Nacht will Gott nicht Verhältnisse ändern, er will Verhalten ändern, damit sich Verhältnisse ändern können.

Michael Becker

1. Jänner 2006 - Hochfest der Gottesmutter Maria

Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

„Maria bewahrte alles, was geschehen war“, heißt es heute am Hochfest der Gottesmutter im Evangelium; „Maria bewahrte alles, was geschehen war“ – das ist ein wichtiger Schritt im Glauben: das zu bewahren, was wir mit Gott erlebt haben, was uns geschenkt wurde. Das Sakrament der Taufe, die Erfahrung von Gottes Gegenwart in der Eucharistie, im Gebet und im Alltag. Bewahren, das heißt dies alles darf sich nicht verflüchtigen, darf nicht untergehen in all dem, was unser Leben manchmal über Gebühr beherrscht. Und weiter heißt es, sie bewahrte es in ihrem Herzen. Das ist keine Buchhaltermentalität, Aktenordner „Glauben“ auf und Gotteserfahrung abgeheftet, bis wir sie mal wieder hervorkramen. Im Herzen bewahren, das heißt, das Leben prägen zu lassen, die Erfahrung von Gottes Gegenwart in unserem Leben zum Mittelpunkt zu machen. Es darf für uns nichts Wichtigeres mehr geben.

Und drittens wird von Maria gesagt, dass sie über all das, was sie erfahren und gehört hatte, nachdachte. Glauben heißt eben nicht, die Vernunft auszuschalten, es gibt keinen blinden Glauben. Der Verstand ist ein Geschenk Gottes und wir sind nicht nur eingeladen, sondern aufgefordert, ihn zu benutzen. Gott möchte unsere gut überlegte und freie Entscheidung zu ihm. „Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ Kann es ein besseres Motto für das heute beginnende Jahr geben?





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Michael Tilmann

Beitrag online bis 30.1.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (29.12.05 - 05.01.06 - ) / 1284 / 187