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 © Helmut Meisl

 Wir in der EINEN Welt
Diese Seite als Druckausgabe


Pater Ritz


Pater Ritz mit einigen seiner Schützlinge


Wunderschöne, von den Künstlern gespendete Bilder, halfen maßgeblich mit, die Ziele des Arbeitskreises zu erreichen.

35 Jahre Arbeitskreis - Geschichtlicher Rückblick

In Köln verbrachte der Gründer des Arbeitskreises „Wir in der EINEN Welt, der Pfarre Hallein“ Roman Anlanger seine ersten Berufsjahre.

Dort lernte er nicht nur das tolle Treiben des Kölner Karnevals kennen, sondern erfuhr auch von der Tätigkeit eines deutschen Ordenspriesters in Südindien mit Namen Pt. Karl Ritz (SVD). Obwohl von der rheinischen Fröhlichkeit und der Freude am Feiern angetan, waren es die Berge, die den Steirer Anlanger wieder in die Heimat nach Österreich, nach Hallein zurückkehren ließen.

Bald nach seiner Ankunft in Hallein im Jahre 1969 fand er eine Gruppe von Menschen, die er dafür begeistern konnte, dass die bislang im Kleinen erfolgte Unterstützung von Pt. Ritz auf eine breitere Basis gestellt werden konnte. Mit Unterstützung des seinerzeitigen Dechants von Hallein Pfarrer Rasp wurde im Jahr 1971 der Arbeitskreis „Wir und die DRITTE Welt“ gegründet. Sehr bald wurde der Name des Arbeitskreises jedoch auf „Wir in der EINEN Welt“ umgeändert, da es nur eine Welt gibt und eine Unterteilung in 1., 2. oder 3. Welt eher diskriminierend ist, weil man damit nur die wirtschaftliche Lage der Menschen für deren Beurteilung heran zieht.

Adventmärkte – vorweihnachtliche Bastelmärkte , heute nahezu in jeder Pfarrei, in den Schulen usw. , damals vor 35 Jahren war der 1. Halleiner Bastelmarkt ein Unikat, denn solche Veranstaltungen gab es weit und breit nicht. Der Ertrag dieses Marktes sollte der Unterstützung der Projekte von Pt. Ritz in Indien dienen. Bald wurde dieser Markt eine von der Bevölkerung gerne angenommene Einrichtung, da nicht nur ein großes Angebot vorhanden war, sondern auch qualitätsvolle Ware, keine „Bastelware“ im üblichen Sinn angeboten wurde. Über 25 Jahre gab es bis 1996 diesen Markt. Da die Halleiner Schulschwestern auch sehr aktiv mitarbeiteten, wurden mit dessen Ertrag nicht nur zahlreiche Projekte von Pater Ritz in Indien sondern auch von den Halleiner Schulschwestern in Bolivien unterstützt. Ein Detail am Rande: Die ersten Adventmärkte des Arbeitskreises fanden im den mittlerweile abgerissenen Gewerkschaftshaus beim Bahnhof statt. Das Überhandnehmen dieser Märkte, aber auch eine verständliche, gewisse Müdigkeit der Mitarbeiter waren der Grund, dass man 1996 mit dem 25. Bastelmarkt diese Reihe beendete. Bekannt waren auch die künstlerisch gestalteten Einladungen zu den Märkten, die immer vom Mitarbeiter Walter Grillenberger gestaltet wurden, von dem auch das Logo des Arbeitskreises stammt.

Etwa ab 1973 wurden auch Künstler um Unterstützung gebeten, womit ein zweites Standbein für den Arbeitskreis gefunden worden war. So gab es dann bis 2001 stets vorweihnachtliche Verkaufsausstellungen, wobei der Arbeitskreis abwechselnd in der Raiffeisenbank und in der Sparkasse zu Gast sein durfte, die so den Arbeitskreis durch die Übernahme der Einladungskosten und die zur Verfügungstellung der Räumlichkeiten massiv förderten. Es sei herzlich gedankt! Im Mittelpunkt dieser Ausstellungen stand von 1978 bis 2002 jeweils eine eigens für den Arbeitskreis von namhaften Künstlern gestaltete Hallein-Grafik. Durch diese Aktivitäten wurden wohl mehr Bilder in die Halleiner Wohnungen gebracht und mehr Interesse für die darstellende Kunst geweckt als durch jede andere Einrichtung. An dieser Stelle sei auch den vielen, vielen Künstlern gedankt, die den Arbeitskreis zum Teil über Jahrzehnte unterstützten.

Der Motor des Arbeitskreises war über Jahrzehnte Roman Anlanger. Roman Anlanger war in der Katholischen Arbeiterjugend tätig und lernte das Prinzip des „SEHEN – URTEILEN – HANDEL“. Er sah die Not in anderen Ländern und kam über das Urteilen zum Handeln im Arbeitskreis, da er hier seine Fähigkeiten am besten einsetzen konnte. Darüber hinaus haben ihm fremde Länder schon immer fasziniert und des Studenten Eheringe wurden durch Lichtbildervorträge über die damals unerschlossene Türkei finanziert. Dass die Familie von Roman Anlanger, d.h. seine Frau und seine 5 Kinder über die zeitraubenden Aktivitäten des Vaters nicht immer begeistert waren, versteht sich auch.





Autor / Quelle: Dipl. Ing. Roman Anlanger

Beitrag online bis 27.6.2012 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (27.6.07 - 27.07.07 - ) / 1819 / 578