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Besuch im Unterricht
Malprojekt des SPZ: Ausstellung der Bilder in der BH Hallein, mit HR Dr. Aigner, Direktorin Mag. Ansperger, Lehrern und Schülern des SPZ (Frühjahr 2008) (Foto: Land Salzburg, Landespressebüro)
Besuch von Erzbischof Kothgasser im SPZ am 27. Oktober
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2. Dezember 2008 - SPZ Hallein
Wie geht es den Schülern im SPZ (Sonderpädagogisches Zentrum, „Sonderschule“) in Hallein, was sind ihre Erwartungen und Wünsche? Mitte November konnte ich eine Stunde mit Schülern der Oberstufe und der Berufsvorbereitungsklasse verbringen und sie befragen.
Das neu errichtete Gebäude des SPZ in Hallein (Griesrechen) wirkt auf den Betrachter anfangs wie ein Fremdkörper und eher ungewohnt in der Umgebung: Mit Metallplatten verkleidet - fast abweisend und kühl, nicht rechteckig in der gewohnten Hausform, sondern in unregelmäßigen Winkeln erbaut; jedenfalls nicht der üblichen Norm entsprechend. Durch die Fenster blickt man in freundliche, helle Räume, es gibt viele Glasflächen, Durchblicke und Öffnungen, freie Gänge und Stiegen, es wirkt wohldurchdacht, geordnet und vermittelt: Da drin kann man sich wohlfühlen!

Im Gespräch mit den Schülern fällt mir die Ähnlichkeit des Gebäudes mit den Schülern auf: Auch diese wirken mitunter abweisend und nicht leicht zugänglich, manche ziehen ihre Kapuzen über den Kopf und diesen zwischen die Schultern, sie weichen von der üblichen und gewohnten Norm ab. Aber wenn man sie näher kennenlernt, sind sie aufgeschlossen, freundlich und interessiert, sie blicken ziemlich realistisch in ihre Zukunft.
Was ist euch wichtig, was erhofft und wünscht ihr für euch? Fast alle antworten, einen Beruf zu erlernen ist für sie der wichtigste Wunsch, das wichtigste Vorhaben: Sarah möchte Tischlerin oder Kellnerin werden, ihr Bruder arbeitet als Tischler, das findet sie gut. Geld verdienen, selbständig leben zu können, wäre ihr Ziel. Sie meint, dass sie es schon erreichen wird, sie hält sich für fleißig und geschickt. Pascal betont sehr: A guade Oaweit! Vielleicht kann er Zimmerer lernen, sein Onkel hat einen Betrieb. Oder Maler. Ihm taugt die Arbeit mit Holz. Ob er weiß, dass Zimmerer ziemlich viel Rechnen und Geometrie können müssen? Das liegt ihm auch, und überhaupt ist er sehr gern in dieser Schule. Marcel hofft auf einen Job als Tischler oder Mechaniker, sein Bruder arbeitet als Tischler. Als besonderen Wunsch für sein Leben formuliert er: Das tun können, was einem taugt, eine Arbeit haben, die wirklich Freude macht! Michaela lebt in einer Familie mit zwei kleinen Brüdern, wünscht sich an Job, an guadn. Sie hätte schon auch den Wunsch, dass es ihr ein bisschen besser gehen würde; in der Familie wird sie streng behandelt. Mischa kommt aus der Slowakei, spricht nach sehr kurzer Zeit schon sehr gut Deutsch, kann aber auch den Dialekt. Sie erhofft einen Beruf im Bereich Kosmetik oder beim Bipa. Sie hofft, hier in Hallein bleiben zu können und die Verbindung mit ihren Freunden aufrecht erhalten zu können.
Was bedeutet euch Advent und Weihnachten? Alle kennen es natürlich, wenn auch nur die äußere Seite davon, und sie freuen sich darauf. Rajko aus Bosnien erwartet, zu Weihnachten Bücher, vielleicht auch einen Gameboy geschenkt zu bekommen. Überraschend: Einige der Schüler sind ohne Religion, gehen aber trotzdem in den Religionsunterricht, als Freigegenstand, weil er ihnen taugt.
Marianne Pfeifer-Frauenhuber, die Religionslehrerin, berichtet ein wenig über ihren Job, an dem sie große Freude hat. „Ich versuche Hoffnung zu vermitteln! Der Glaube kann stützen und tragen; wenn man sich aufschließt, wird man geführt und getragen. Und sich nicht entmutigen lassen! Es gibt vorherrschende Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft, die sind aber nicht die allein gültigen. Es gibt auch andere Werte, die uns glücklicher machen!“ Die Schüler bestätigen: Wenn sie etwas sagt, kauft man ihr das ab. Sie ist überzeugt und überzeugend, „authentisch“. Im Sinn von Jesus zeigt sie Möglichkeiten und Alternativen auf, die das Leben besser machen und gelingen lassen.
Auch die Direktorin der Schule, Mag. Rita Ansperger, war bei unserem Gespräch anwesend und wird nach ihren Hoffnungen und Wünschen befragt. „Für mich derzeit sehr wichtig: Im Dezember werd ich Oma, ich freu mich schon sehr drauf. Der wesentlichste Baustein in meinem Leben ist meine Familie. Ich habe aber auch das Glück, einen Beruf zu haben, der mir sehr viel Freude bereitet, und der mir auch noch nach über 20 Jahren ausgefüllte Arbeitstage bereitet. Es ist sehr wichtig, dass man auch im Beruf und am Arbeitsplatz zufrieden ist. In unserer Gesellschaft ist noch immer eine negative Einstellung gegenüber der Sonderschule zu beobachten, sie wird häufig als „Behindertenschule“ betrachtet. Bei vielen Schülern sind Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sehr niedrig. Aber ihr seid so wertvolle junge Menschen! Ihr habt so viele Stärken, auf die ihr euch konzentrieren sollt. Ihr kennt meist auch euere Schwächen, aber auch wenn es Konflikte gibt - und die gibt es im Alltag immer wieder - dann haben wir gemeinsam gute Lösungen gefunden! Eines der wichtigsten Standbeine der Schule ist die Begleitung beim Berufseinstieg. Wir haben hier gute Partner im Tennengau, denen wir dankbar sind. Und unser neues Haus - das drückt die große Wertschätzung der Gemeinde für uns aus!“
Autor / Quelle: Wilfried Kaaser, nach einem Besuch am 14. 11.2008
Beitrag online bis 31.12.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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