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 © Helmut Meisl

 Adventkalender
Diese Seite als Druckausgabe


"Bernarda Albas Haus" in der Tenne vom Gollhofer-Haus


"Wenn du geredet hättest..." in den Atrium-Häusern Rif


Persönliche Stellungnahmen der Schauspielerinnen:

Gabriela Endl:
Ich erzähle gerne Geschichten - Theaterspielen ist die schönste Form Geschichten zu erzählen

Christel Fasching:
Theater ist für mich eine der spannensten und vielfältigsten Kunstformen. Theater ist immer live, immer neu. Theater ohne Publikum gibt es nicht.

Elke Hasenauer:
ich spiele Theater um mein kreatives Potential auszuleben, v.a. mit viel Freude.

Beater Pichler:
die Möglichkeit Theater zu spielen ist für mich wahr gewordener Kindertraum, welcher durch die Rifer Theatergruppe endlich Realität wurde.

Eva Sattler:
Ich bin stolz, ein Teil der Theatergruppe ACHETYPEN sein zu dürfen.

Julia Tröndle:
Theater ist für mich die Freiheit alles denkbar Mögliche und Unmögliche auszudrücken.

Veronika Vereno:
Ich spiele Theater um Menschen Freude zu bereiten.

Emmi Watzenböck:
Für mich ist Theater die Lust, sich spielend zu verwandeln.


Wir freuen uns über Ihren Kommentar über diesen Beitrag des Adventkalenders in unserem Gästebuch

8. Dezember 2008 - Rifer Theatergruppe ACHETYPEN

Eine kleine Theatergruppe aus Rif berichtet über ihre Entstehung, ihre Projekte, ihre Hoffnungen und Wünsche. Der Name „Achetypen“ kommt keineswegs vom kollektiven Unbewußten nach C.G.Jung - gemeint sind einfach die „Typen“, die in den Siedlungen an der Königsee-Ache zu Hause sind!

Die Wurzeln der Rifer Theatergruppe ACHETYPEN gehen auf das Jahr 2005 zurück. Gegründet wurde die Gruppe von mir, Brigitte Goditsch-Roidmayr. Ich bin Pädagogin und seit den frühen 80er-Jahren begeisterte Theaterfrau: Sowohl im Bereich Schauspiel, im Kinder-, Jugend- und Erwachsenentheater und Musicaltheater, als auch im Bereich Regiearbeit. Ich lebe seit 1995 in Rif, meine beiden Kinder sind hier groß geworden.

Ich habe festgestellt, dass es in Rif viele Menschen gibt, die haupt- oder nebenberuflich mit Theater zu tun haben. Mein Wunsch war es, diese „Kräfte“ zusammenzuführen, weitere Menschen anzusprechen und mit dem „Theatervirus“ zu infizieren, eine Stadtteil-Gruppe zu gründen, und hier vor Ort Theater entstehen zu lassen!

Meine erste Kontaktperson war Christel Fasching, seit kurzem Kulturverantwortliche für Rif, selber Regisseurin und Schauspielerin. Sie ist seit vielen Jahren in Rif aktiv (u.a. Gründerin der Kinderkreativwoche) und war von der Idee sofort begeistert. Im Sommer 2005 kam es zur ersten Ausschreibung für Interessierte; es trafen sich - wie häufig im kreativen Bereich - zunächst einmal „nur“ Frauen, die sich die Zeit nehmen wollten für Theater.

Bald entstand die Idee unserer ersten Produktion: „Wenn du geredet hättest…“ - Monologe aus dem Buch „Wenn du geredet hättest, Desdemona - ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ - nach C. Brückner. Im Oktober 2006 kamen fünf Frauenmonologe unter dem oben genannten Titel zur Aufführung. Szenisch gestaltet wurden dabei Monologe historischer Frauengestalten, die diese nie gehalten haben, sehr wohl aber halten hätten können.




Die Achetypen in Rif: "Wenn du geredet hättest..."
Regie: Christel Fasching

Da Rif bis jetzt noch keine Kulturstätte besitzt, waren wir auf der Suche nach einem geeigneten Aufführungsort für unsere Monologe und fanden ihn in den Atriumshäusern, die uns sehr herzlich aufnahmen und viele Räume zur Verfügung stellten: Innenhöfe, Gänge, den Jugendraum, einen Teil der Tiefgarage. Das Wandertheater fand soviel Anklang, dass wir im Frühjahr 2007 eine Wiederaufnahme durchführten.
Die Freude am gemeinsamen Erarbeiten und am Spielen ließ uns schnell ein neues Stück suchen und finden. Christel Fasching packte es aus - es begeisterte uns alle sehr: „Bernarda Albas Haus“ von F. G. Lorca. Unter meiner Regie brachten wir es heuer im Oktober im Rifhof auf die Bühne.
Hier unterstützte uns die Familie Gollhofer sehr: Ihr Dachboden entpuppte sich als ein magischer Spielort und eine wunderbare Fundstätte aller unserer Bühnenelemente. Brigitte Schmid half uns auf mehrfache Weise. Auch diese Produktion war ein großer Erfolg.

Unsere Theatergruppe ist auf dem Weg!
Unsere Hoffnungen und Wünsche gehen dahin, dass wir unsere Begeisterung für das Theater-Spielen nicht verlieren! Wir sind sehr verschiedene und spannende Frauen: Dass wir unsere Verschiedenheit gut nützen können, dass spannende und schöne Theaterabende entstehen, dass wir Spannungen gut austragen können, immer die „Sache“ im Blick, und unsere eigenen Eitelkeiten möglichst zurückstellen können. Wir haben schon sehr schwierige Situationen sehr gut gemeistert: dass wir auch zukünftige gut meistern! Wir wünschen uns weiters, dass eine bunte und abwechslungsreiche Theaterszene in Rif entsteht, und dass wir keine reine Frauengruppe bleiben, sondern dass sich Männer an unserer Arbeit beteiligen.
In Rif soll ein Sozial - und Kulturzentrum entstehen. Da hoffen wir, vielleicht einen Ort zu finden, wo viele unserer Produktionen ihre Heimat finden könnten. Allerdings, einen so schönen und passenden Spielort wie die Tenne der Gollhofers werden wir wahrscheinlich schwer wieder finden!

Zum Abschluss eine Geschichte: Ein Gaukler, der in ein Kloster eintritt, fühlt sich immer sehr schlecht, wenn er seine Mitbrüder beim Beten sieht – er kann das stille Beten nicht so gut. Eines Tages beginnt er vor Gott zu tanzen – mit seiner ganzen Seele, mit seinem ganzen Herzen, mit allem, was er kann, mit voller Begeisterung. Sein Abt beobachtet ihn dabei – und als ihm der Gaukler einmal beichtet, dass er nicht so gut und fromm beten kann wie seine Mitbrüder, antwortet ihm der Abt: „Dein Tanz ist das schönste Gebet!“

In diesem Sinn wünsche ich mir - uns allen - für Weihnachten, dass wir das, wofür wir uns begeistern können, mit ganzem Herzen tun, um in die Welt ein wenig mehr Licht, Freude und Geist zu bringen!


Autor / Quelle: Brigitte Goditsch-Roidmayr

Beitrag online bis 11.12.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (4.12.08 - 31.12.08 - ) / 2329 / 869