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Eine Familiengeschichte und eine Heilsgeschichte
Die Eltern erleben Ungeheuerliches. Ihr Kind ist eigenwillig verschwunden. Als sie es finden, sitzt es im Tempel. Die Eltern sind ängstlich. Vom Heil ahnen sie wenig, aber von Familie verstehen sie etwas. Und das, was Jesus hier macht, gehört sich einfach nicht. Mit wenigen Worten erzählt uns Lukas etwas, was in den ersten Jahrhunderten fast die Kirche gespalten hätte. War Jesus eigentlich ein „richtiger“ Mensch? Oder war er immer Gott und nie in den Niederungen des Lebens? Die eindeutige Antwort lautet: Jesus war ein richtiger Mensch. So auch als Zwölfjähriger auf dem Sprung in den Eigensinn und die Selbstständigkeit. Er versteht Menschen und ihre Schwierigkeiten zu leben, kennt die Mühsal mit Eltern und Kindern. Gott weiß um die Mühsal zu leben. Er weiß es, weil Jesus ein Mensch war und wie sie die Mühsal des Lebens tragen und mittragen musste. Zugleich aber weiß er einen Weg, die Mühsal auch heilen und überwinden zu können: mit dem Geist nämlich, der von Gott kommt.
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4. Januar 2009 - 2. Sonntag nach Weihnachten I
Familie und ihre Tücken, das ist ein wichtiges Thema. Erst recht in der Heiligen Familie.
Das mach ich mal! Bibelwort: Lukas 2,41-52
Als Jesus zwölf Jahre alt ist, besuchen Maria und Josef mit ihrem Sohn den Tempel in Jerusalem. Dort feiern sie ein wichtiges Fest der Juden. Als Maria und Josef dann auf dem Heimweg sind, merken sie, dass Jesus fehlt. Die Eltern erschrecken und kehren sofort um. Jesus sitzt im Tempel bei älteren Männern und hört zu, fragt und redet. Maria und Josef sind entsetzt. Die Mutter Maria sagt sogar: Mein Sohn, warum tust du uns das an? Darauf sagt Jesus: Ich muss im Haus Gottes sein, das müsst ihr verstehen.
Kinder müssen eigene Wege gehen. Kinder tun Eltern weh mit den eigenen Wegen. Aber Kinder müssen diese Wege ausprobieren, vielleicht scheitern, es dann von neuem versuchen. Kinder müssen Grenzen haben, aber sie müssen sich an Grenzen auch abarbeiten, um sie besser einzusehen. Keine Familie kommt glatt durchs Leben. Wichtig ist, dass Türen offen bleiben. Der Satz: Mit dir will ich nichts mehr zu tun haben, wird am besten aus allen Herzen gestrichen. Mit Kindern oder Eltern muss man immer zu tun haben, damit man sich später keine Vorwürfe machen muss. Maria ahnt, dass ihr Kind den eigenen Weg braucht und sucht. Manchmal ist der Schmerz von heute besser als der Vorwurf von morgen.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Michael Becker
Beitrag online bis 15.1.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (1.1.09 - 08.01.09 - ) / 2380 / 199
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