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Wir fühlen uns wohl, wie wir sind!?
Besessenheit – das ist ein Symbol für etwas, das es auch heute noch gibt. Jeder kann in die Rolle des Besessenen geraten. Was heißt denn „besessen sein“? Es heißt, dass ich eine Sache oder eine Verhaltensweise nicht mehr in der Gewalt habe, sondern von ihr beherrscht werde. In diesem Sinn sind wohl die meisten ein wenig „besessen“. Wir sind z.B. besessen von Sorgen und Ängsten, von Erfolgsstreben und Habgier, von Schönheit oder auch Macht. Wenn wir mit dieser Besessenheit in die Nähe Jesu kommen, mag es uns gehen wie dem Besessenen des Evangeliums: Wir werden verunsichert, wir fühlen uns durch die Güte Jesu bedroht. Und innerlich schreien wir: „Jesus, lass uns in Ruhe. Biete uns nicht deine Liebe und Freiheit an. Wir fühlen uns wohl, wie wir sind!“ Doch dann sagt Jesus heute wie damals zu diesen Stimmen: „Seid ruhig, ihr Geister der Mittelmäßigkeit, ihr Dämonen der Kleinlichkeit und des Egoismus. Macht Platz den Kräften der Liebe. Gebt diese Menschen frei! Bringt sie zu sich selbst, indem ihr sie an mich abtretet!“
1. Februar 2009 Vierter Sonntag im Jahreskreis B 1. Lesung: Deuteronomium 18,15-20 2. Lesung: 1. Korinther 7,32-35 Evangelium: Markus 1,21-28
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1. Februar 2009 - Vierter Sonntag im Jahreskreis B
In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
Das mach ich mal! Bibelwort: Markus 1,21-28
Der Exorzismus wird mit großer Selbstverständlichkeit und ohne viel Theatralik geschildert. Was die Leute erschreckt, ist nicht das laute Geschrei des ausfahrenden Geistes, sondern die besondere Autorität dieses Laienpredigers aus Nazaret, der sich auch die unreinen Geister beugen müssen. Die meisten heutigen Hörer, mich eingeschlossen, können vermutlich weniger damit anfangen. Vielleicht liegt es an der Scharlatanerie, die mit Exorzismus so häufig getrieben wird, und an den Hollywood-Filmen, die solche Szenen bis zum Abwinken überfrachten mit schaurigen Bildern und schockierenden Effekten. Da ist mir Markus doch lieber. Der lässt wenigstens erkennen, dass die Bibelauslegung (die „Predigt“) Jesu in unmittelbarem Zusammenhang mit der Konfrontation steht, die der unreine Geist selbst einleitet. Herausgefordert vom Wort Gottes und der machtvollen Auslegung durch Jesus, kann der unreine Geist gar nicht anders, als sich zu erkennen zu geben. Und damit ist er entlarvt, kann er adressiert und vertrieben werden. Passiert nicht etwas Ähnliches, wenn ein Text oder eine Predigt oder die Fragen eines Freundes in mir etwas bewegen, was festgefahren war, und mir die Kraft geben, mich freizumachen von etwas, das vielleicht lange schon von mir Besitz ergriffen hat? Es ist gut, dass es diese machtvolle Ausdeutung des göttlichen Wortes auch heute noch gibt, die Zerrissenheit heilt und Fremdbestimmung überwinden hilft. Auch durch dich und mich.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Hans Reithofer
Beitrag online bis 28.2.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (29.1.09 - 05.02.09 - ) / 2394 / 374
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