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Weihnachts-Pfarrbrief
Pünktlich zum Adventbeginn ist es wieder gelungen, ein mit vielen Beiträgen gefülltes und interessantes Pfarrblatt fertig zu stellen.
Liebe Halleinerinnen und Halleiner!
Es gibt Worte des Zorns und Worte der Verzweiflung; es gibt auch solche, die eine falsche Welt vorspiegeln, um den Blick vor der wirklichen zu verstellen. Gibt es auch Worte, die helfen, Vertrauen schenken, Mut machen? Worte der Hoffnung angesichts des Zustandes unserer Welt? Gibt es solche, die Ruhe bringen in die Hast und Hektik dieser Wochen? So paradox es klingt; ja, es gibt solche Worte: Weihnachten ist eines.
Das Chaos der Zeit, die Unruhe der Jahrhunderte haben ihre Mitte gefunden. Es ist fast wie bei einem Wirbelsturm, im Zentrum ist die große Ruhe. Und diese Mitte bleibt; ist seit jenen Tagen Gegenwart, die nicht mehr aufhört, Gegenwart für heute und morgen. Jeder Blick auf den Kalender bestätigt das, wir zählen unsere Jahre seit den ersten Weihnachten. Weihnachten heißt nicht zuallererst Friede und Harmonie und Familie, sondern Gott ist da!
Ist das nicht jener Gott, dem Menschen in der Verzweiflung fluchen? Und jener, den sie verantwortlich machen für ihre Not? Vielleicht. Wer kennt Gott schon? Aber wir wissen im Glauben: Gott wurde Mensch! Teilt die Not mit uns; und die Vergeblichkeit und die Sterblichkeit. Er teilt sie mit Maria und Josef, mit den Hirten und Weisen, mit den Juden und Heiden, mit den Obdachlosen und Heimatlosen, mit den verwundeten Kindern in den Slums der 3. Welt und mit den Kindern, die bei uns wieder als Sternsinger unterwegs sein werden. Wir können diesen Gott finden. Das ist die Botschaft, die die Sternsinger ausrichten.
Nur wer staunt, dass Gott da ist – nicht hinter, nicht über, sondern in unserer Not -, wer staunt vor der Krippe, der darf sich an Worte wagen, die vielleicht nicht ganz überzeugend in seinem Mund klingen, die aber doch gesagt werden müssen: Weihnachten – Gott ist da – Er wurde Mensch – wir können ihn finden!
Davon dürfen wir sprechen, müssen wir sprechen, untereinander, miteinander, zueinander; Worte der Zuversicht, des Vertrauens und des Segens. Denn „das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“. Diesen Satz in hochkomplizierter religiöser Sprache, ist in aller Kürze die Botschaft von Weihnachten:
Gott unter uns, einer von uns. Ihnen allen gesegnete Weihnachten!
PS: Ich lade Sie herzlich zur Lektüre unseres jüngsten Pfarrblattes ein!
Autor / Quelle: Dechant Johann Schreilechner
Beitrag online bis 31.12.2012 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (24.11.09 - 31.12.09 - ) / 2645 / 1198
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