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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe


Geschenkt – nicht umsonst!

Gott sagt: Ich bin das Leben.
Und der Mensch denkt an die Ware Leben – und bezahlt mit dem Leben.
Gott sagt: Ich bin die Liebe.
Und der Mensch denkt an die Ware Liebe – und bezahlt die Liebe.
Gott sagt: Ich bin das wahre Licht.
Und er Mensch denkt an die Ware Licht – und bezahlt mit der Schöpfung.
Gott sagt: Ich bin das Wort.
Und der Mensch denkt an die Ware Wort, nimmt die Lüge in Kauf –
auf Kosten der Wahrheit.
Doch Gott spricht sein wahres Wort des Lebens in grenzenloser Liebe –
In Jesus Christus geschenkt – nicht umsonst.




3. Januar 2010
Zweiter Sonntag nach Weihnachten
Lesejahr C
1. Lesung:
Jesus Sirach 24,1-2.8-12
2. Lesung: Epheser 1,3-6.15-18
Evangelium: Johannes 1,1-18

3. Januar 2010 - Zweiter Sonntag nach Weihnachten - Lesejahr C

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden

Ausgelegt!
Bibelwort: Johannes 1,1-18

Wer sich den Anfang des Johannesevangeliums laut vorliest, muss einfach überwältigt sein von der Sprache. Hier schreibt ein Dichter. Hier schreibt einer, der schon überwältigt ist und überwältigen will. Nein, nicht mit Gewalt, sondern mit schönen, eindringlichen Worten. Johannes verdichtet in 18 Versen die ganze Weltgeschichte vom Anfang bis zu Jesus, dem lang Erwarteten, dem Gesalbten.

Die Welt ist Wort, schreibt Johannes. Was geschieht, war erst Wort und wurde dann zur Tat – oder auch nicht. Auch Jesus, der Gesalbte, war erst ein Gedanke, ein Wort des Vaters. Dann wurde dieses Wort eine Tat, Fleisch und Blut, ein Mensch. Und dieser Mensch ist der Einzige, der uns Kunde bringen darf von Gott, seinem Vater, dem Schöpfer der Welt. Leider, das sagt Johannes auch ehrlich und voller Trauer, nahmen ihn viele weder an noch auf. So hell sein Licht auch leuchtet, manche bleiben lieber in der Finsternis, an die sie sich gewöhnt haben. 18 Verse voller Poesie, überwältigt von Gott, aber auch mit leisem Schmerz über alle, die Gott lieber nicht kennen wollen. Da bleibt eigentlich nur, nachdem ich mir die Verse noch einmal vorgelesen habe, die Frage an mich selbst: Erkenne ich Jesus an als den, der mich Gott näher bringen will?





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Becker

Beitrag online bis 31.1.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (31.12.09 - 07.01.10 - ) / 2669 / 436