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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Trost im Sterben und über den Tod hinaus

Der Schreiber des ersten Johannesbriefes legt Zeugnis ab: Wer den Sohn hat, der hat das Leben. Leben gibt es nur, wenn einer dafür garantiert, dafür gerade steht. Ohne den Sohn gibt es kein Leben. Ohne den gerade geborenen Sohn von Maria ist Leben unmöglich und sollte gar nicht erst so genannt werden. Denn gemeint ist das von Gott gehaltene Leben, denn meine Zeit gehört mir nicht selbst, sondern Gott. Mit dem von Gott gehaltenen Leben beginnt ewiges Leben.





3. Januar 2010 - Zweiter Sonntag nach Weihnachten II

Wer den Sohn hat, der hat das Leben, schreibt Johannes in seinem Brief an eine kleine christliche Gemeinde. Als Johannes das schreibt, ist Jesu Tod und Auferstehung schon über vierzig Jahre her.

Ausgelegt!
Bibelwort: 1. Johannes 5,11-13

Der erste christliche Schwung ist erlahmt. Die lange erwartete, baldige Wiederkunft Jesu ist ausgeblieben, dafür haben die Verfolgungen der Christen durch römische Herrscher zugenommen. Alles in allem also eine etwas trostlose Lage. Und eben diese will Johannes, der nicht gleichzusetzen ist mit dem Johannes des Evangeliums, mit seinen Kräften überwinden. Und seine Kräfte sind das Wort. Das fesselnde Wort, das knappe, einleuchtende Wort. So ein Satz ist ihm hier gelungen: Wer den Sohn hat, der hat das Leben. Leben ist viel mehr als Aufstehen, Essen und Trinken, arbeiten und plaudern mit den Nachbarn. Leben ist auch eine genaue Anschauung vom Leben, eine Vision. Und die heißt: Leben ist viel mehr als geboren werden und sterben; Leben ist teilhaben an Gott, am Ewigen. Wer das Leben nur eingezwängt sieht zwischen Geburt und Tod, lebt niemals richtig. Wer über die Grenze des Todes hinaus schaut und hofft, lebt besser, das heißt: empfindsamer, aufmerksamer, hellsichtiger, nicht nur für sich selbst. Wer an Gott teilhat, hat darum das Leben in seiner ganzen Fülle.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Becker

Beitrag online bis 14.1.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (31.12.09 - 07.01.10 - ) / 2670 / 284