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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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„Über den Jordan“?

Manchmal wünsche ich mir, ich hätte da gestanden am Jordan – in einer Schlange mit Jesus. Stattdessen geht mein Glaube, mein so neuer Geist manchmal sprichwörtlich „über den Jordan“. Was wünsche ich mir sie manchmal, die ganz erfrischende, neue, reinigende Kraft aus dem Wasser!

Doch kann denn diese Kraft jemals „über den Jordan“ gehen? Eigentlich hat meine Taufe die gleiche Qualität wie die Taufe derjenigen, die in einer Reihe mit Jesus getauft wurden. Sie hat erst recht dieselbe Qualität wie die Taufe derjenigen, die von urchristlichen Zeiten an auf seinen Namen getauft wurden. Würde ich das erkennen, wenn ich meine Taufe und mich selbst als getauften Menschen mit anderen Augen ansähe?


10. Januar 2010
Taufe des Herrn
Lesejahr C
1. Lesung: Jesaja 40,1-5.9-11
2. Lesung:
Apostelgeschichte 10,34-38
Evangelium:
Lukas 3,15-16.21-22



10. Jänner 2010 - Taufe des Herrn - Lesejahr C

Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Ausgelegt!
Bibelwort: Lukas 3,15-16.21-22

Manchmal muss es uns jemand sagen. Dass wir wertvoll, wichtig und einzigartig, dass wir geliebt sind. Auch Jesus musste das gesagt werden. Bevor er loslegen konnte mit seiner Sendung, mit seiner Botschaft vom Reich Gottes, bevor er irgendein Wunder gewirkt hatte, musste er es hören. „Du bist mein geliebter Sohn.“ Vor seinem öffentlichen Wirken steht die Bestätigung von einem anderen: „Du bist mein geliebter Sohn.“

Ich habe den Eindruck, dass wir es allzu oft andersherum versuchen. Wir wollen erst etwas bewirken und leisten in der Hoffnung, dass wir dann anerkannt werden und beliebt sind. Umso wichtiger, dass wir Kirche als Ort verstehen, an dem wir uns zusagen lassen und immer wieder gegenseitig zusagen: „Du bist Gottes geliebter Sohn. Du bist Gottes geliebte Tochter. Noch bevor du etwas geleistet oder eingebracht hast, egal, ob du Fehler machst, ob deine Ansichten völlig anders sind als meine, du bist geliebt. Du musst nichts beweisen, du darfst sein wie du bist und bist und bleibst Gottes geliebtes Kind.“ Lasst uns in dieser Überzeugung hinausgehen, als Menschen, die einzigartig und für Gott unendlich wichtig sind, lasst uns andere mit dieser Haltung anstecken und so in die Welt hinein wirken.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Klaus Metzger-Beck

Beitrag online bis 7.2.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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