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Man muss die Welt verändern, um nicht zuzulassen, dass sie uns selbst auf eine unkontrollierte Weise verändert.
Stanislaw Lem
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10. Jänner 2010 - 1. Sonntag nach Epiphanias II
Weitsichtig spricht Paulus zu Beginn des 12. Kapitels seines Römerbriefes eine der größten Versuchungen unserer Zeit an: Stellt euch nicht dieser Welt gleich.
Ausgelegt! Bibelwort: Römer 12,1-3
Diese Versuchung tritt in vielen Facetten auf: Erfolg haben zu wollen, auf sein gutes Recht zu pochen, oder – die Kehrseite dazu: Was soll ich allein schon ausrichten. Da kann man ja doch nichts machen. Sich dieser Welt gleichzustellen, bedeutet ja auch, sich mit dieser Welt abzufinden: Mit der Kluft zwischen Arm und Reich, mit der Zerstörung der Schöpfung, mit dem Elend in den Entwicklungsländern. Nicht, gegen die Welt zu protestieren, so, wie sie – Gott sei es geklagt – allzu oft ist.
Zum Schluss des Textes folgt eine Einschränkung. Paulus bezieht sie auf den Dienst in der Gemeinde; ich möchte sie jetzt interpretieren auf den Dienst an und in der Welt. Paulus fordert zur kritischen Selbsteinschätzung auf. In dem oben skizzierten Kontext bedeutet das: Protest gegen Zustände in der Welt, fängt immer bei mir selbst an. Wo bin ich Verursacher oder Profiteur der Zustände, die ich kritisiere und was kann ich dagegen unternehmen? Wobei das nicht zur Resignation führen darf, wie gerade genannt: Was soll ich allein schon ausrichten? Denn wir sind nicht allein. Wir sind Teil einer Gemeinde und leben in Gemeinschaft mit Gott. Gemeinsam mit seiner Hilfe können wir sehen, was Gottes Wille ist und danach zu handeln.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Peter Kane
Beitrag online bis 21.1.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (7.1.10 - 14.01.10 - ) / 2672 / 414
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