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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Warum das Glas leer ist!

Als aus dem Wasser Wein wurde, war das ein Zeugnis tiefen Glaubens. Als aus dem Wasser Wein wurde, war das ein Sinnbild für die Macht des Gottvertrauens. Vertrauen kann alles, wenn es nur tief ist.
Denn Jesus ist kein Zauberer, der Wasser in Wein verwandelt. Jesus bringt Heil. Doch sein Heil ist nicht die Erfüllung meiner Wünsche. Sein Heil ist ein Vertrauen zu Gott, das größer ist als meine Vernunft und alle Vernunft. Ich soll bei Jesus nicht zaubern lernen, sondern vertrauen lernen. Das ist schwer genug. Und deshalb ist unser Glas vielleicht manchmal leer. Weil es uns schwerfällt zu vertrauen.




17. Januar 2010
Zweiter Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr C
1. Lesung: Jesaja 62,1-5
2. Lesung: 1. Korinther 12,4-11
Evangelium: Johannes 2,1-11

17. Januar 2010 - Zweiter - Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr C

Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm.

Ausgelegt!
Bibelwort: Johannes 2,1-11

Das Fest ist in vollem Gange – und der Wein ist alle. Was für eine Katastrophe für den Gastgeber. Wie soll man feiern ohne Wein? „Sie haben keinen Wein mehr“, sagt ein aufmerksamer Gast zu einem andern – und der Rest ist bekannt: Jesus hilft nicht nur dem Mangel ab, sein Zeichen ist: Überfülle. Das Fest kann weitergehen. Tagelang, von ihm aus.

Wie soll man feiern ohne Wein? Die Not der Gäste auf der Hochzeit zu Kana ist auch unsere Not: Wie können wir uns entspannen und genießen angesichts der Not um uns herum? Wie sollen wir einladen angesichts der leeren Kassen? Wie sollen wir Gott preisen in leeren Kirchenbänken, in vom Abriss bedrohten Gotteshäusern, in überalterten Gemeinden. „Sie haben keinen Mut mehr“, könnte ein aufmerksamer Gast heute sagen. Hoffentlich haben wir so einen Gast: Aufmerksam für das, was im Hintergrund passiert, mütterlich-sorgend angesichts des Mangels, diskret umgehend mit dem peinlichen Versagen des Gastgebers und energisch genug, Gott mit dem zu konfrontieren, was er sowieso weiß: „Sie haben keinen Elan mehr!“ Vielleicht täte ein anderer Gast ein Wunder. Damit auch unser Fest weitergehen kann.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Christina Brankamp

Beitrag online bis 14.2.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (14.1.10 - 21.01.10 - ) / 2675 / 450