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Weder eine Vision, noch eine Verzückung, noch eine Stimme vom Himmel, auch kein merkwürdiger Traum oder sonst ein Wunderspuk brachte mich auf den Weg des Heils, ich verdanke meine Erleuchtung ganz einfach der Lektüre eines Buches – eines Buches? Ja, und es ist ein altes, schlichtes Buch, bescheiden wie die Natur, auch natürlich wie diese; ein Buch, das anspruchslos aussieht wie die Sonne, die uns wärmt, wie das Brot, das uns nährt. Und dieses Buch ist die Bibel. Wer seinen Gott verloren hat, der kann ihn in diesem Buche wiederfinden, und wer ihn nie gekannt, dem weht hier entgegen der Odem des göttlichen Wortes. Bei dieser Lektüre sollte man die Schuhe ausziehen wie in der Nähe von Heiligtümern.
Heinrich Heine
24. Januar 2010 Dritter Sonntag im Jahreskreis Lesejahr C 1. Lesung: Nehemia 8,2-10 2. Lesung: 1. Korinther 12,12-31 Evangelium: Lukas 1,1-4; 4,14-21
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24. Januar 2010 - Dritter Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr C
Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
Ausgelegt! Bibelwort: Lukas 1,1-4; 4,14-21
„Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt“, sagt Jesus in der Synagoge von Nazaret. Heute – dieses Heute gilt seit 2.000 Jahren. Heute, am 24. Januar 2010, wird den Armen die gute Nachricht gebracht, heute wird den Gefangenen die Entlassung verkündet und den Blinden das Augenlicht, heute werde die Zerschlagenen in Freiheit gesetzt und ein Gnadenjahr des Herrn ausgerufen. Die Leute damals, wir hören es im Evangelium des nächsten Sonntags, reagierten mit Ablehnung, Aggression und Gewalt. Wie reagieren wir heute? Sagen wir auch mit einem Blick in die Welt, das kann nicht sein? Oder sind wir bereit, genauer hinzuschauen, das Gute zu sehen, das Gute, das es nicht gäbe ohne Jesus und Gottes Liebe zu uns, die in ihm Mensch geworden ist? Oder – und dazu möchte ich uns alle einladen, nehmen wir die Worte Jesu ernst und versuchen, unseren Anteil beizusteuern – und mag er auch noch so gering sein – dass die Worte Jesu ein klein wenig greifbarer, sichtbarer werden in unserer Umgebung. Bauen wir mit am Reich Gottes, das seit 2.000 Jahren wächst – trotz aller Rückschläge, allen menschlichen Scheiterns. Denn das Reich Gottes wird wahr im Einsatz für die Armen, für die Gefangenen, die Blinden und die Zerschlagenen.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Tillmann
Beitrag online bis 21.2.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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