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Jesus kommt aus der Einsamkeit der Wüste. Das Reich Gottes, das in Jesus hervorkommt und das Jesus buchstäblich ist, will „zur Welt kommen“. Nun tritt er erstmals öffentlich auf. Es geschieht in der Kraft des Geistes, dass der, den sie doch als Zimmermannssohn kennen, nach Galiläa kommt erstaunliche „Worte der Gnade“ äußert. Am Ende steht eine unerhörte Botschaft: Das Evangelium besteht darin, dass Heil und Heilung, die das Reich Gottes mit sich bringt, greifbar und sichtbar werden. Es bricht an im Messias Jesus. Von nun an ist Gottes Heilswille für alle Menschen unaufhaltsam im Kommen. Das göttliche Heil wird in der „Antrittspredigt“ in den frohesten Farben ausgemalt, doch kommt es nun unausweichlich zu Konflikten mit der Grundlogik der Welt, die darauf nicht vorbereitet ist. Von nun an bricht sich diese Botschaft bis an die Grenzen der Erde Bahn. Das aber ruft die Gegenkräfte auf den Plan. Die Wirkungsgeschichte geht nur durch Widerstände ihren Gang.
31. Januar 2010 Vierter Sonntag im Jahreskreis Lesejahr C 1. Lesung: Jeremia 1,4-5.17-19 2. Lesung: 1. Korinther 12,31 – 13,13 Evangelium: Lukas 4,21-30
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31. Jänner 2010 - Vierter Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr C
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.
Ausgelegt! Bibelwort: Lukas 4,21-30
Wer diese Verse des Lukas liest, wird sich einer Tatsache bewusst, die Christen gerne vergessen: Jesus war Jude vom ersten bis zum letzten Atemzug. Jesus folgte den Bräuchen der jüdischen Religion, er ist beschnitten worden, er feierte Bar Mizwa, die jüdische Konfirmation, er ging am Sabbat in die Synagoge und betete seine Gebet am Morgen und am Abend, meistens Psalmen aus der hebräischen Bibel. Jesus ist zwar getauft worden vom Juden Johannes dem Täufer, aber diese Taufe war ihm kein Eintritt in eine neue Religion, sondern ein Zeichen der Buße und der Ernsthaftigkeit im Glauben an Gott. Es gibt für Christen keinen, wirklich keinen Grund, sich über die Väter und Mütter im Glauben zu erheben. Im Gegenteil. Wir müssen viel mehr voneinander wissen. Jesus geht einen Schritt heraus aus der damaligen Enge der jüdischen Religion. Er betrachtet sich nicht nur als zu den Juden gesandt, sondern als Heiland aller Menschen, die Gott suchen und vertrauen wollen. Wer Gott vertraut, könnte Jesus sagen, gehört zu den Erwählten, also zu denen, die die Welt überwinden können. Wer Gott vertraut, sich taufen lässt und Brot und Wein im Namen Gottes teilt, ist erwählt, also Teil des Reiches Gottes. Jesus, der Jude, empfindet sich als der, der uns den Weg zum Himmel zeigt. Ohne Ansehen der Person und der Konfession.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Becker
Beitrag online bis 28.2.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (28.1.10 - 04.02.10 - ) / 2684 / 333
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