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 © Helmut Meisl

 Fastenaktion
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Pfarrer Mag. Heinrich Wagner




Interessierte Zuhörer im evangelischen Pfarrsaal

Zu Fuß von Madrid bis Tehrean

Einen etwas anderen Zugang als die Referenten vor ihm wählte Pfarrer Mag. Heinrich Wagner bei seinem Vortrag anlässlich der Fastenaktion im bestens besuchten evangelischen Pfarrsaal.

Die Besucher des Abends wurden mit einbezogen in die Reisen des Apostels Paulus und konnten den Weg auf einer übergroßen, am Boden aufgelegten Landkarte, sichtbar mitgehen.

Die „Gehleistung“ des Apostels Paulus bei seinen Missionsreisen war enorm und entspricht einem Fußweg von Madrid bis in den Iran hinein. Er bewegte sich dabei auf den Routen der Kaufleute und war auch mit Handelsschiffen unterwegs – eine damals nicht ungefährliche Sache, nur 8 von 10 Schiffen kamen am Ziel an.

Bevor Paulus seine Missionsreisen begann und aus dem Verfolger der Christen zum Missionar wurde, hielt er sich drei Jahre in der Wüste auf, um mit sich selbst und Gott ins Reine zu kommen. Nach diesen drei Jahren hielt er sich kurz in Jerusalem auf, wo er als Außenseiter nicht angenommen wurde. In seiner Heimatstadt Tarsus wurde er dann von Barnabas aus Antiochia geholt um mit ihm eine neue christliche Gemeinde aufzubauen.

Anhand des entsprechenden Textes in der Apostelgeschichte einerseits und des Philipperbriefes andererseits wird in weiterer Folge mit den Besuchern des Abends der weitere Reiseverlauf gemeinsam erarbeitet. Die überaus positive Beschreibung seiner Reise, in der trotz Steinigung, Gefängnis und Anfeindungen kein Wort der Klage vorkommt, verfehlt seine Wirkung nicht. Paulus ist von seinem Auftrag so fest überzeugt, dass seine Begeisterung für Jesus über alle Schwierigkeiten hinweg hilft.

Die Bevölkerungsgruppe der „Gottesfürchtigen“ waren von der hohen Kultur des Judentums beeindruckt, konnten sich aber einen Eintritt ins Judentum nicht vorstellen. Diese Gruppe der Gottesfürchtigen war es auch, die sich Paulus anschloss. Bei den Gelehrten der Juden und Juden, die sich mehr in der Bibel auskennen, fand er kaum Gehör.

Typisch für die Missionstätigkeit von Paulus war seine Art, in einigen Monaten eine christliche Gemeinde zu gründen und so von Jesus zu begeistern, dass sie nach dieser Zeit allein weiter bestehen konnten und selbst missionarisch tätig wurden. Sobald eine Gemeinde stabil genug war, um sie auf sich allein gestellt zu lassen, reiste Paulus weiter und gründete in einer der damaligen Zentren neue Gemeinden. Eine ungemeine Gabe zum Delegieren musste Paulus haben, um so erfolgreich tätig sein zu können.

Durch das aktive Einbinden der Besucher des Abends gelang es Pfarrer Wagner recht gut, die Reisen des Apostels Paulus nachhaltig näher zu bringen. Schade war es allerdings, dass Wagner auf die Hauptfrage des Abends „Braucht Glaube Gemeinschaft“ nur indirekt einging und erst in der folgenden Diskussion wenigstens ein paar konkrete Antworten auf diese für alle christlichen Gemeinden so spannende Frage gegeben wurden.





Autor / Quelle: Zusammengefasst von Helmut Meisl

Beitrag online bis 30.3.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (16.3.10 - 30.03.10 - ) / 2734 / 340