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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe


Die größte Sünde ist die Erwartungslosigkeit. Die Welt wird einmal untergehen, weil sie sich vor Langeweile zu Tode gähnt. Das liegt daran, dass wir immer meinen, wir hätten schon alles hinter uns. Wir haben noch viel mehr vor uns als bereits hinter uns.

Joachim Kardinal Meisner




8. August 2010
19. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr C
1. Lesung: Weisheit 18,6-9
2. Lesung: Hebräer 11,1-2.8-19
Evangelium: Lukas 12,32-48

8. August 2010 - 19. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr C

Der Knecht, der den Willen des Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen.

Ausgelegt!
Bibelwort: Lukas 12,32-48

Mahnende Worte für die Oberhirten – da können wir uns bequem zurücklehnen, oder? Auf die Nachfrage von Petrus wird Jesus ganz deutlich: Wehe den Verwaltern und Ober-Knechten, die die abhängigen Diener drangsalieren. Wehe denen, die sich als Herren aufspielen und die quälen, die sich nicht wehren können! Kein Wunder, dass uns die aktuellen Vorkommnisse in der deutschen (und der irischen, amerikanischen, österreichischen …) Kirche in den Sinn kommen.

Aber Jesu Worte gelten allen Christen: Es ist bitter schwer, zu warten. Da kann man leicht müde werden. Oder nur noch auf die eigene materielle Sicherheit achten. Oder sich gehen lassen, als gäbe es kein Morgen. Man kann alte Machtverhältnisse wiederherstellen, die doch eigentlich schon überwunden waren. Oder die Türen verschließen vor der bösen Welt da draußen und ängstlich zitternd unter sich bleiben wollen. All das, so warnt uns das Evangelium, kann passieren, weil der Herr des Hauses auf sich warten lässt. Bleibt trotzdem wach und offen und solidarisch! Der Herr des Hauses wird es euch lohnen! Wenn er kommt, wird er euch bedienen, als wäret ihr größer und wichtiger als er.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Christina Brankamp

Beitrag online bis 5.9.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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