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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Fest
Diese Seite als Druckausgabe


Maria ist uns vorausgegangen. Ihr Schicksal ist auch uns in die Hand geschrieben. Ihren und unseren Weg (der ein Heimweg ist) hat Gott uns bereitet, der in Jesus bis in den Tod hinein Mensch geworden und auferstanden ist, in seinem Geist noch unter uns Menschen auf der Erde weilt und im Himmel auf uns wartet.




15. August 2010
Mariä Aufnahme in den Himmel
Lesejahr C
1. Lesung: Offenbarung 11,19a; 12,1-6a.10ab
2. Lesung: 1. Korinther 15,20-27a
Evangelium: Lukas 1,39-56

15. August 2010 - Mariä Aufnahme in den Himmel - Lesejahr C

Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

Ausgelegt!
Bibelwort: Lukas 1,39-45

Das Magnifikat, Marias großer Lobgesang auf Gottes Wirken in der Welt, verbindet Himmel und Erde. Denn das Lied leugnet nicht das Elend der Welt, es singt von Hunger und Machtlosigkeit sowie von der Schuld der Menschen. Doch Maria bleibt nicht dabei stehen. Mit revolutionärer Glaubenskraft singt sie von Gott, der diese Verhältnisse umkehren wird. Dietrich Bonhoeffer hat zum Magnifikat geschrieben: „Dieses Lied der Maria ist das leidenschaftlichste, wildeste, ja man möchte fast sagen revolutionärste Lied, das je gesungen wurde. Es ist nicht die sanfte, zärtliche, verträumte Maria, wie wir sie auf Bildern sehen, sondern es ist die leidenschaftliche, hingerissene, stolze, begeisterte Maria, die hier spricht.“ Doch diese Umkehr, dieses „Auf den Kopf stellen“ (was vielmehr ein auf die Füße stellen verkehrter Verhältnisse ist) erfolgt nicht mit Gewalt, sondern durch die Geburt eines Kindes. Und die Mutter dieses Kindes ist ein junges Mädchen aus dem letzten Winkel des Römischen Weltreiches.

Das Magnifikat verbindet Himmel und Erde. Und deshalb passt es so gut zu dem heutigen Festtag von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Denn auch dieses Fest verbindet Himmel und Erde. Und nicht nur für Maria. Was wir heute bei der Gottesmutter feiern, das ist uns allen verheißen.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Tillmann

Beitrag online bis 12.9.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (12.8.10 - 19.08.10 - ) / 2828 / 261