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Aufrecht dürfen sie leben, diese Kinder Gottes und müssen sich nicht verstecken in und vor der Welt, die zuweilen recht geringschätzig und von oben herab über sie denkt, während sie ihre Lebensgrundlagen hemmungslos ruiniert.
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5. September 2010 - 14. Sonntag nach Trinitatis II
Was sind Christen für Menschen? Naive Gutmenschen, die angesichts der rasanten Ökonomisierung aller Lebensbereiche immer noch an einfache, unbezahlbare Wahrheiten glauben?
Ausgelegt! Bibelwort: Römer 8,(12-13)14-17
Sind Christen gestrige Relikte einer vergangenen Zeit, die längst an ihnen vorbeigeschritten ist? Schlichte und treuherzige Illusionisten, die an das Gute glauben, während die Welt unentrinnbar von mächtigen Interessen regiert wird?
Paulus beschreibt sie anders, die Christen. Für ihn sind sie Kinder, die der Geist Gottes treibt. Er gibt damit eine treffende Definition für „die Kirche“: Sie ist dort zu finden, wo Gottes Kraft Menschen erreicht und frei macht. Sie ist nicht dort, wo in falscher Unterwürfigkeit Machtinteressen und ökonomischen Gesetzen gehorcht wird, sondern wo mündige Menschen im Vertrauen auf Gottes Macht in Freiheit leben: Als selbstbewusste erbberechtigte Kinder Gottes, die Seine Kraft in sich spüren und tragen und darum wissen dürfen. Erwachsen und lebendig und frei, sich dieser Kraft anzuvertrauen.
Christen sehen nicht anders aus als Atheisten, sind oft auch nicht unbedingt naiver als andere religiöse oder nichtreligiöse Menschen. Ihre Weltsicht ist vielleicht sogar illusionsloser als manche andere. Wo das Vertrauen auf die Macht der Machbarkeit längst zu Ende ist, bleibt der Glaube die Antwort auf die Grenzen des Menschen und hält die Hoffnung und die Liebe lebendig.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag / Uwe Rieske
Beitrag online bis 16.9.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (2.9.10 - 09.09.10 - ) / 2842 / 190
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