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10.2.2002 5. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A)
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Zum Sonntag ...
Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter, dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten.
Kaum jemand kennt es noch, dieses alte Rezept, um aus Honig und Salz, Wasser und Mehl ein Brot zu backen. Salz und Honig - offensichtlich ein ziemlich gegensätzliches Pärchen, das in ebenso konträrer Weise am Gelingen des Brotes beteiligt ist: eins sorgt für die Treibkraft, das andere hält zusammen. Auf die richtige Mischung kommt es an, um dem fertigen Brot seine Lockerheit, aber zugleich auch seine Form zu geben. Ja, das Salz ist dazu da, Wirkung zu zeigen. Wird dabei jedoch ein gutes Miteinander selbst gegensätzlicher Kräfte außer acht gelassen, kann das Brot, die gemeinsame Kraftquelle für unser Tun, ungenießbar werden, steinhart und flach bleiben oder zerfallen. Kaum anders ist es mit dem Licht: Zuviel davon blendet, schadet der Haut und bereitet Unbehagen. Aber auch Lichtmangel birgt Gefahren in sich, und ganz im Verborgenen droht eine Flamme zu ersticken. Am besten, das Licht mischt sich ein, nicht zu grell, nicht ganz versteckt. Richtig bemessen gehört es mitten hinein ins Wechselspiel des Lebens. So spielt es auch mit auf dem Weg zur "Brotwerdung": als Licht der Sonne beim Reifen und als Licht des Feuers beim Backen. Das kann man sich jeden Tag auf der Zunge zergehen lassen: diese tägliche Stärkung, die ohne Salz und Licht nicht so sein könnte, wie sie ist. Und daran können wir uns jeden Tag erinnern lassen: an den Auftrag, sich in guter Weise einzumischen in das Leben, angewiesen bleiben aufeinander, und doch die eigene Wirksamkeit nicht zu unterschätzen.
Autor / Quelle: Susanne Brandt
Beitrag online bis 15.2.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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