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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Fest
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Machtwechsel
Als die Sterndeuter Herodes
nach dem neugeborenen
König der Juden fragen,
geraten er und seine Berater
in Panik. Instinktiv spüren
sie, dass irdische Macht
gebrochen wird, wenn himmlische
Macht sich zeigt.





6. Jänner 2004 - Erscheinung des Herrn

Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus, und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. (Mt 2, 10)

Für mich ist diese Evangelienstelle eine Weggeschichte. Eine Erzählung, die den Leser und Höhrer auffordert, sich in drei Etappen auf einen Weg, der uns zu einer inneren, tiefer liegenden Wirklichkeit führen möchte, einzulassen. Auf diesem Weg begleiten uns Magier, Sterndeuter, die sich aus dem „Osten“ aufgemacht haben, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen.

Das griechische Wort für „Sterndeuter“ bezeichnete (nach C.H. Peisker) „zunächst die Mitglieder einer persischen Priesterkaste , die sich mit Sternkunde und Astrologie befasste . Sie wirkten oft als Berater von Königen und Fürsten.“

Die Sterndeuter stehen für mich aber auch für ein inneres Bild, nämlich für das Edle, Starke und Erhabene unserer Persönlichkeit.

Die zweite Etappe führt die Magier (und uns) ins Zentrum der damaligen Macht: zu König Herodes. Der, nachdem er vom Auftreten des neugeborenen Königs hört, sofort um seine Autorität und seinen Einfluss zu fürchten beginnt. Für den König scheinen die Magier nur eine günstige und billige Gelegenheit zu sein, ein seine Macht gefährdendes Übel schnell mit der Wurzel ausreißen zu können.

So könnte König Herodes auch ein Bild, für jene Kräfte in uns sein, die neue, fremde und deshalb oft bedrohliche Seiten und Entwicklungen sofort im Keim ersticken möchten.

Der Stern führt die Magier noch einen Schritt weiter. Über diesen Ort, sozusagen den „Geburtsort“ Jesu ist uns nicht viel überliefert. Mt berichtet von einem Haus (2,11) in dem die Sterndeuter das Kind finden.

Auch Lk gibt nur eine sehr indirekte Beschreibung dieses Ortes wieder. Nämlich:“ ... und sie (Maria) gebahr ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie wahr.“ (Lk 2,7) Mir scheint, dass es den Evangelisten nicht wichtig war, uns eine genaue Schilderung dieses Ortes zu hinterlassen. Die lukanische Version deutet für mich aber darauf hin, dass es sich dabei um einen Ort „abseits der Zivilisation“ handeln dürfte. Genau an diesem Ort entdecken die Könige den Stern aufs Neue. „Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus, und sahen das Kind und Maria, seine Mutter ; da vielen sie nieder und huldigten ihm.“ Und genau an diesem Ort beginnt die Heilsgeschichte und Menschwerdung auf´s Neue.

Dieser Stall, in dem Gott Mensch werden möchte, steht für mich gleichsam für jenen Ort in uns, an dem es all zu oft auch düster und verlassen ist. Wohin unsere unerwünschten „inneren“ Kinder abgeschoben werden, weil wir ihnen in der Herberge unseres Leben keinen Platz geben. Ich bin überzeugt, dass Menschwerdung, auch unsere ganz persönliche, erst dort geschehen kann, wo das Schöne, Erhabene und Königliche dem Wehrlosen, auf-die-Seite-Gedrängten und Ausgestoßenen zu huldigen beginnt.





Autor / Quelle: Armin Rauter (Mesner)

Beitrag online bis 2.3.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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