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Der Schritt vom Abgrund weg ist ein Schritt auf das Kreuz hin.
Anerkennung braucht jedermann. Alle Eigenschaften können durch tote Gleichgültigkeit der Umgebung zugrunde gerichtet werden.
Karl Immermann
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1. Februar 2004 - 4. Sonntag im Jahreskreis
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
So ist das mit der Gnade Gottes: Die Menschen mögen sich über die befreiende und heilsame Kraft, die in ihr ruht, wundern – und fordern im gleichen Atemzug sichtbare Zeichen dafür ein. Sie staunen über die unfassbare Größe dieser Gnade und machen sie doch selbst klein, indem sie ihre eigene kleine Welt zum Maßstab nehmen: Nicht einem fernen Land, nicht fremden Menschen soll diese Gnade zuteil werden, sondern an erster Stelle ihrem eigenen Land und ihrem eigenen Leben. Aber Jesus spielt bei dieser „Kleinmacherei“ nicht mit. Er lässt sich nicht vor den Karren spannen und einbinden in die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner seiner Vaterstadt. Die Beispiele, die er anführt, sind eher unbequem und beunruhigend: Gottes Gnade bleibt unberechenbar und folgt nicht dem menschlichen Anspruchsdenken. Sie erscheint nach menschlichem Ermessen oft ungerecht und widersetzt sich allen Forderungen nach Beweisen und Garantien. Das aber wollen die Leute nicht hören. Ein solcher Prophet „nützt“ ihnen nichts und verschafft ihnen keine persönlichen Vorteile. Zornig treiben sie ihn aus der Synagoge, fest entschlossen, ihn in den tödlichen Abgrund zu stoßen. Es wird wohl nicht der letzte Strich sein, den Jesus ihnen auch dabei durch die Rechnung macht.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Susanne Brandt
Beitrag online bis 29.2.2004 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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