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Beim Stadtbrand vom 22. März 1943, als die Klosterkirche St. Georg auf dem Georgsberg zerstört wurde, geriet auch das Dach der Halleiner Pfarrkirche in Brand. Am 26. September 1945 stürzte dann der spätromanische Turm ein.
Nach einem Entwurf des Halleiner Architekten Jakob Adlhart (Sohn des Bildhauers Prof. Adlhart) entstand 1965 der neue Turm: in ähnlichen Dimensionen wie der Vorgänger, nunmehr aber in Sichtbeton ausgeführt und unter stilrichtiger Anwendung eines klassizistischen Motives, des kannelierten Pfeilers. Jüngere Renovierungen betrafen 1975 die Peterskapelle, 1980 den Kircherinnenraum (neu geweißt) und die Neueindeckung des Kirchendaches sowie zuletzt die Sanierung der kompletten Außenfassade.

Hallein gehörte neben Salzburg und Radstadt zum ehemaligen Erzstift Salzburg. Das Stadtrecht erhielt Hallein unter Erzbischof Eberhard II. zwischen 1218 und 1236. Ursprünglich war Hallein eine Tochterpfarre der 987 an das Stift St. Peter in Salzburg übertragenen Großpfarre Anif. Im Jahr 1229 wird erstmals ein Magister Ivo Pfarrer genannt, der von St. Peter abhängig ist. Seit 1343 ist das Patrozinium des Hl. Antonius überliefert, der als Patron der Kranken, der Tiere und als Schutzherr gegen Versuchungen verehrt wird.
Diese Informationen sind aus dem Kirchenführer der Statpfarrkirche entnommen, der in der Pfarrkirche zum Verkauf aufliegt. Erstellt wurde der Führer unter der Redaktion von Mag. Reinhard Weidl von Dr. Adolf Hahnl, erschienen ist er 1989 im Verlag St. Peter - Salzburg.
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Geschichte der Stadtpfarrkirche
Erzbischof Colloredo drehte der Halleiner Kirchenbaustelle den "Geldhahn" zu, sodass 1771 der Bau der Kirche ins Stocken geriet.
Früher war man nicht zimperlich
Im Jahr 1601 stiftete Erzbischof Wolf Dietrich einen Frauenaltar, den er zuvor für den alten Dom hatte anfertigen lassen. 1667 renovierte man die Kirche, brach drei Emporen (über den Seitenschiffen?) ab und vergrößerte drei Fenster. Auch wurde nach barocker Art das (vorher vielleicht freskierte) Kircheninnere geweißt. 1673 schaffte man einen Skapulier- und 1690 einen Franz-de-Paula-Altar an, der in der Annenkapelle stand. 1704 kam ein neuer Orgelkasten und 1734 ein Kreuzweg (in der Nachkriegszeit ausgetauscht) in die Kirche. 1739 stuckierte Johann Kleber die Kirche, 1758 wurde ein Heilig Grab bestellt. Am 27. Januar 1766 berichtete der Dechant dem Konsistorium, daß kleine Steine vom Gewölbe fielen.
Kommissionsurteil "baufällig"
Eine Kommission, der der erzbischöfliche Bauverwalter Wolfgang Hagenauer angehörte, stellte Baufälligkeit fest. Ein Neubau wurde auf 20.000 Gulden geschätzt und der Dechant aufgefordert, die Finanzierung zu sichern. Unter dem neuen Dchant Franz Josef Atzinger erging ein Dekret an Hagenauer, einen Riß anzufertigen; dieser wurde am 27. September 1769 gebilligt. Auch Hofmaurermeister Jacob Pogensberger legte einen Riß vor, der im wesentlichen die Raumvorstellung Hagenauers wiederholt: Anstelle der dreischiffigen mittelalterlichen Anlage, von der der romanische Turm und das gotische Presbyterium erhalten werden mußten, sollte ein gewölbter Saalbau entstehen.
Wolfgang Hagenauer kontrollierte persönlich
Nachdem Hagenauer den Pogensberger-Entwurf aufgrund seiner technischen Mängel kritisierte, erhielt er selbst den Auftrag zum Kirchenbau. So wurde nach Hagenauers Entwurf 1769 mit den Arbeiten begonnen. Der Bau, der vom Architekten wie kein anderer seiner Kirchen persönlich kontrolliert wurde, wuchs rasch empor. Eine 1770 vom Dechant gewünschte Freskierung der Gewölbe durch den Straßwalchener Maler Josef Peer stieß beim Halleiner Pfleger auf Ablehnung. Im Oktober 1771 mußte Dechant Atzinger die Baurechnungen dem Konsistorium zur Ratifizierung einreichen. 16.835 Gulden waren verbaut worden, doppelt so viel stand noch zur Verfügung.
Sparsamer Bischof
Doch als im Dezember 1771 Erzbischof Schrattenbach starb, geriet unter seinem sparsamen Nachfolger Erzbischof Colloredo der Bau ins Stocken, zumal seit dem Juni des Jahres in der halbfertigen Kirche bereits Gottesdienst gehalten werden konnte. Nun mußte der Dechant bei den Bruderschaften, den sog. "milden Orten", weitere 15.000 Gulden aufnehmen, um den Bau fertigstellen zu können. An die ursprünglich vorgesehene Freskierung oder Stuckierung der Gewölbe war nicht mehr zu denken, auch mußten vorerst die alten hölzernen Altäre anstelle neu geplanter wieder aufgestellt werden. Am 28. Juli 1777 war die Kirche fertiggestellt: die Baukosten betrugen 47.000 Gulden.
Baufällig und unanständig
Als im Winter 1786 ein Sturm das mittelalterliche Spitzdach des Turmes abdeckte, erhielt dieser einen neuen, achtseitigen Tambourhelm mit Laterne in der Art der Salzburger Domtürme (nach Entwurf Hagenauers). Den übertragenen Hochaltar von Johann Georg Hitzl bezeichnete Dechant Mitterwallner 1792 als "baufällig, unanständig und wider die Verordnung". Bereits 1778 hatte Erzbischof Colloredo von Louis Grenier einen Entwurf für einen marmornen Hochaltar zeichnen lassen, den er zur Prüfung an die Wiener Kunstakademie sandte, die den Riß guthieß. Alternativentwürfe von Johann Doppler, Andreas Nesselthaler und Wolfgang Hagenauer unterlagen im Wettbewerb, sodaß der Hochaltar ab l795 nach Greniers Plan von Johann Högler ausgeführt wurde.
Einweihung durch den Bischof von Chiemsee
Die feierliche Einweihung der Kirche durch den Chiemseer Furstbischof Siegmund Christof Graf von Zeil fand am 25. Mai 1800 statt. Bis zur Weihe wurden auch die übrigen Altäre in spätbarocker bzw. klassizistischer Gestalt, doch alle aus Marmor, errichtet und teils mit barocken Figuren von Vorgängerbauten bzw. mit barocken Bildern geschmückt. Als Hochlaltarblatt wünschte man sich von Erzbischof Colloredo das Hochaltarbild des Domes, das damals in der Residenz hing - allerdings vergeblich, sodaß Hofmaler Andreas Nesselthaler den Auftrag für ein neues Bild erhielt.
Autor / Quelle: Mag. Reinhard Weidl von Dr. Adolf Hahnl
Beitrag online bis 16.2.2019 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 20 (1.1.20 - 01.01.20 - ) / 79 / 869
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