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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe


Betrachtungen zu Mt 4, 12-23
(Jes 8,23b – 9,3 und 1 Kor 1.10 – 13.17)

KYRIE

Hast du mich gerufen,
als ich anfing Fragen zu stellen?
- Kyrie eleison

Hast du mich gerufen,
als ich anfing Neues zu wagen?
- Christe eleison

Hast du mich gerufen,
als ich anfing, Frieden zu stiften?
- Kyrie eleison

FÜRBITTEN

Noch immer gilt:
Wehe dem,
der fragt, warum die Welt Armut und Krieg braucht.
Wir beten für die gefährdeten Frager!
- Wir bitten dich erhöre uns

Noch immer gilt:
Wehe dem,
der wagt, ungewöhnliche Wege zu gehen.
Wir beten für die verfolgten Sucher!
- Wir bitten dich erhöre uns

Noch immer gilt:
Wehe dem,
der fragt, warum die Kirche Ausschluss und Spaltung braucht.
Wir beten für die ausgegrenzten Jünger!
- Wir bitten dich erhöre uns

DANKGEBET

Gerufen in die Nachfolge
versammelt unter dem Kreuz
geeint im Leib Christi

mit bange freudigem Herzklopfen
danken wir

Amen. Halleluja

Liturgievorbereitungsteam des Pfarrkreises Hallein




Wenn du willst, dass dir die Menschen ein Schiff bauen, dann wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem weiten Meer.

Antoine de Saint-Exupéry

23. Jänner 2005 - 3. Sonntag im Jahreskreis

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder; Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

Merk-würdig

Jesus zieht von zu Hause aus. Er ist nicht mehr der süße Knabe in der Krippe im Stall. Er ist auch nicht mehr der pubertierende Junge, den seine Eltern bei ihrer Jerusalemer Wallfahrt verzweifelt suchen. Jesus ist jetzt ein erwachsener Mann.

Er tut das, was erwachsene Männer tun: Er verlässt sein Elternhaus – aber nicht, um sich eine Frau zu nehmen, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Nein, Jesus geht weiter – im wahrsten Sinne des Wortes: Er verlässt seine Heimat, seine Arbeitsstelle, vielleicht auch seinen Traum von einer glücklichen Familie. Er verlässt alles, was bisher seinem Leben Halt und Sicherheit gab.

Ganz alleine, nur auf sich gestellt, macht er sich auf den Weg ins Ungewisse. Angetrieben wird er von einer inneren Unruhe und von der wachsenden Gewissheit, dass dies seine Berufung ist. Er spürt, dass eine große Aufgabe vor ihm liegt. Gott hat sie ihm schon in die Wiege gelegt. Jetzt endlich ist der Augenblick da, in dem ihm klar wird, wofür er auf Erden lebt. In ihm reift der Entschluss, den Willen Gottes zu tun und das zu wagen, was noch kein Mensch gewagt hat: Als Gott und Mensch in einer Person das nahe Himmelreich zu verkünden und die Menschen zur Umkehr aufzufordern. Können Sie Jesu Aufforderung (nach-) folgen?





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Peter Schott

Beitrag online bis 20.2.2005 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (20.1.05 - 27.01.05 - ) / 982 / 198